Ausparkunfall: Wie die Radstellung zeigt, wer wirklich gefahren ist
- 18. Mai
- 1 Min. Lesezeit

Bei einem Ausparkunfall geht es fast immer um dieselbe Frage:Wer hat sich bewegt – und wer nicht?
Die Beteiligten sind sich selten einig. Aussagen widersprechen sich. Für die Versicherung wird es schwierig – für uns als Gutachter nicht unbedingt.
Ein Punkt, der erstaunlich oft übersehen wird, ist die Radstellung zum Kollisionszeitpunkt.
Wenn ein Fahrzeug ausparkt, sind die Räder in der Regel eingeschlagen. Dadurch entsteht keine lineare Bewegung, sondern eine bogenförmige Fahrbewegung. Genau diese Bewegung hinterlässt Spuren – nicht auf der Straße, sondern am Schaden selbst.
Typisch für ein fahrendes Fahrzeug beim Ausparken:Der Kratzer verläuft nicht sauber gerade. Stattdessen sieht man eine leichte Kurve oder einen schrägen Verlauf. Das liegt daran, dass sich der Kontaktpunkt während der Kollision verschiebt. Man spricht hier von Kontaktwanderung.
Das bedeutet:Der erste Berührungspunkt ist nicht der letzte. Der Schaden „zieht“ sich über die Fläche.
Bei einem stehenden Fahrzeug sieht das komplett anders aus:Der Kontakt ist kurz und punktuell. Es fehlt diese seitliche Bewegung. Der Schaden wirkt oft „kompakter“, weniger gezogen.
Was zusätzlich auffällt:Wenn das Rad eingeschlagen war, verändert sich die Höhe und Ausrichtung des Kontakts. In manchen Fällen sieht man sogar Reifenabdrücke oder typische Gummispuren im Stoßfängerbereich.
Das sind keine Zufälligkeiten. Das ist Physik.
Und genau deshalb kann man in vielen Fällen klar sagen: Das Fahrzeug war in Bewegung – auch wenn etwas anderes behauptet wird.
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